Wohlfühlsport Walking

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Ihre Übungsleiter in Aktion 
(von links nach rechts in gelber Weste): 
Horst
Robbers, Friederike Kettel, 
(und vorn im Bildbereich):
 Anne und Udo
Weinbörner
Im Sommer hält es viele nicht mehr im Sessel. Ihr Blick schweift sogar sehnsuchtsvoll jenseits der Balkonbrüstungen und Gartengrenzen. Und später, wenn der Sommer zuende geht, drängt es die Spätberufenen auf die Waldwege. Noch bevor es dunkelt oder endgültig nass, kalt und ungemütlich wird, gilt es, das im Sommer Versäumte aufzuholen und Platz zu schaffen für den anstehenden Weihnachtsbraten und die langen Winterabende vor dem Kamin. Einige setzen sich sogar noch verwegene Ziele, die vom Siebengebirgslauf bis hin zum Köln-Marathon reichen. Da gilt es: Rein in die Laufschuhe, rauf aufs Fahrrad und überflüssige Pfunde abtrainieren!

So mancher Einsteiger entdeckt dabei für sich die Vorteile des Ausdauersports neu. Walking avanciert dabei zunehmend zur Ausdauersportart Nummer 1, weil auch Anfänger von der ersten Minute an - richtig angeleitet - Spaß an der Sache haben und frei von Leistungsdruck und dem Streben nach Bestleistungen den Fitnesszuwachs spüren.

Ausdauersportarten wie Walking wirken sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus, das sich relativ rasch an die neuen, höheren Anforderungen gewöhnt und auch im Alltagsstress flexibler und belastbarer reagieren lernt. Sie stärken das Immunsystem, helfen bei zu hohen Cholesterinwerten, verbrennen reichlich Kalorien, vermitteln ein gutes Körpergefühl und sorgen damit für seelisches Gleichgewicht und gute Laune. Und wer sich von diesen Vorteilen immer noch nicht beeindruckt zeigt, dem verrät der Übungsleiter mit einem Verweis auf den durch Walking trainierten hinteren Oberschenkelmuskel augenzwinkernd: "Walking macht einen knackigen Po!" Vorbei sind die Zeiten der sich selbst kasteienden, verkrampft dreinblickenden Jogger, die wegen einer zu hohen Trainingsintensität rasch wieder die Lust am Sport verlieren oder sich sogar orthopädische Beschwerden einfangen. Die moderne Variante des Ausdauersports von heute ist Erholung vom Stress und nicht neuer Leistungsstress!

Ausdauersport wird dann richtig betrieben, wenn man sich danach wohler fühlt als vorher. Ein Training, bei dem man permanent im "roten Bereich" läuft, schadet eher als es nutzt. Statt beispielsweise das Immunsystem zu stärken, wird es durch Überforderung geschwächt. Walking, als die sportlichere Variante des Wanderns, wird in der Literatur als eine "sanfte" Ausdauertrainingsform beschrieben, die einen ausreichenden Trainingsanreiz bei gleichzeitig geringer Überlastungsgefahr gewährleistet. Walking eignet sich damit nicht nur für trainierte Menschen, die mit Power- und Hill-Walking "Kilometer fressen" und Gipfel stürmen, sondern in besonderem Maß in der Variante des Vital-Walking auch für Anfänger, Untrainierte, Übergewichtige und Menschen, die nach einer Krankheit wieder an ihrer körperlichen Fitness arbeiten wollen.

Beim Walking wird die Dynamik der Fortbewegung durch eine starke Abrollbewegung der Füße von den Fersen hin zu den Zehen und durch einen starken Armeinsatz erreicht. Laien verwechseln die Sportart gerne mit dem olympischen Gehen. Da beim Walking jedoch die Füße wie beim Wandern nebeneindergesetzt werden, unterbleibt die für das Gehen typische "Hüftwackelbewegung". Walking ist damit für Wirbelsäule und Hüfte aus orthopädischer Sicht schonender und empfehlenswerter. Auch wird das Kniegelenk im Gegensatz zum Sportgehen beim Aufsetzen des Fußes mit der Ferse nicht vollständig gestreckt, was die Belastung der Knie mindert. Die Ellbogen sind beim Walking angewinkelt und schwingen seitlich vom Oberkörper gegengleich zu den Beinen. Der Armschwung beschleunigt den Rhythmus der Beine und treibt den Walker vorwärts. Durch die Armbewegung wird zudem ein positiver Trainingseffekt für die Brust-, Arm- und Schultermuskulatur erzielt. Das Einstiegstempo beim Walking liegt bei 5 km/h, beim Power-Walking können Geschwindigkeiten um die 10km/h erreicht werden.

Ganz gleich, für welchen Ausdauersport Sie sich entscheiden, das Training bringt nur etwas, wenn es regelmäßig absolviert wird. Zwei- bis dreimal pro Woche für mindestens 40 Minuten sollten Sie walken und dabei auf die Signale Ihres Körpers hören. Dies bedeutet, dass Sie bei Beschwerden, Erkältungen und Unwohlsein Ausnahmen machen dürfen und Ihren Körper mit mineralstoffhaltigen Getränken, einem entspannenden Bad, einem guten Essen und vor allem auch mit Stretchingübungen verwöhnen und bei Laune halten sollten. Obwohl die Technik des Walkings recht einfach erscheint, empfiehlt sich eine Einweisung durch einen versierten Übungsleiter und einen Anschluss an eine nette Gruppe, die Sie auf liebevolle Art und Weise das ganze Jahr "in die Pflicht nimmt" und motiviert.

So wird Walking zu einer echten Wohlfühlsportart, von der Sie recht bald nicht mehr lassen können. Versprochen! Schauen Sie doch mal beim Walking-Treff der Sport- und Ski- Zunft Bonn am Donnerstag um 18.00 Uhr auf dem Waldparkplatz oberhalb der Karl-Arnold-Bildungsstätte in Bad Godesberg (Richtung Waldkrankenhaus) vorbei und machen Sie die Probe aufs Exempel! Vor allem lassen Sie sich motivieren, auch im Winter zu walken - dies bringt Ihnen wegen der speziellen Herausforderungen an die Wahrnehmung, den Kreislauf und die Muskulatur einen Fitnesszuwachs für das Frühjahr, den Sie kaum für möglich halten werden... Und niemand wird Sie mehr für einen Warmduscher und Schönwettersportler halten.

Also: Walk on!

Udo Weinbörner, Walking Übungsleiter bei der Sport- und Ski-Zunft, Bonn und im areVital, Heimersheim.Walking Treff der Sport- und Ski-Zunft jeden Donnerstag um 18.00 Uhr auf dem Waldparkplatz Nähe Karl-Arnold-Stiftung, Vennerstr. Bonn-Bad Godesberg.
Walking Treff im areVital in Bad Neuenahr-Heimersheim jeden Sonntag um 10.oo Uhr. Kontakt Tel.: 02225/16939 oder d. 0228/58-83 81.